Sonnige Bohnen – Kaffee aus der Karibik

Karibik – bei diesem Wort denkst du wahrscheinlich sofort an einen entspannten Urlaub mit paradiesischen Stränden, Palmen und an das klare, azurblaue Meer. Aber tatsächlich bietet die Region noch sehr viel mehr als ein touristisches Traumziel – vor allem für Kaffee-Liebhaber!

 

Die Karibik gehört zum mittelamerikanischen Kontinent und setzt sich aus einer Vielzahl an tropischen Inseln und Inselgruppen zusammen, von denen viele vulkanischen Ursprungs sind. Auf der zweitgrößten karibischen Insel Hispaniola liegen die Staaten Haiti im Westen und die Dominikanische Republik im östlichen Teil. Dabei ist die „Dom-Rep“ nicht nur ein beliebtes Urlaubsziel: Durch ihre Lage in der Nähe des Äquators herrschen hier auch perfekte Bedingungen für den Kaffeeanbau. Kein Wunder, dass Kaffee fest in der hiesigen Kultur verankert ist und eine langjährige Tradition besitzt, die ihren Höhepunkt im 18. und 19. Jahrhundert fand, bevor sie für lange Zeit – etwa bis zum Ende der 1980er Jahre – im Schatten der Zuckerrohr-Produktion stand.

 

So sieht Urlaub aus (Quelle: Jenny Sturm – stock.adobe.com)

Ideale Voraussetzungen für richtig guten Kaffee

Im Landesinneren der Dominikanischen Republik findet man Gebirgsketten von mehr als 3.000 Metern Höhe. Die Kaffeeplantagen können sogar ohne künstliche Bewässerung funktionieren, weil die hohen Berge und Vulkanschlote die feuchte Luft der Passatwinde aufhalten und für beständige Regenfälle sorgen. Durch die reichliche und kontinuierliche Versorgung mit Regenwasser, das anhaltend warme Klima und die mineralstoffreichen Böden mit Ton- und Vulkanerde können hier auch seltene Kaffeesorten sowie besondere Geschmacksnoten hervorgebracht werden. Dabei gilt: Je tiefer der Kaffee angebaut wird, umso säureärmer ist er.

 

Die Hauptblütezeit der Coffea – also der Kaffeepflanze – dauert von Januar bis März. Sie wächst bis zu 12 Meter hoch, wird jedoch für den Anbau auf zwei bis drei Meter gekürzt. Dies soll die Verzweigung anregen und natürlich die Ernte vereinfachen, welche jährlich von September bis Dezember stattfindet. Sowohl der Anbau als auch die Ernte selbst erfolgen fast ausschließlich durch Handarbeit.

 

Arabica oder Robusta?

In der Dominikanischen Republik wird hauptsächlich Arabica-Kaffee angebaut, der auch als Bergkaffee oder Javakaffee bekannt ist, und dessen älteste bekannte Varietät die Sorte Typica ist. Die Arabica-Pflanze ist relativ anspruchsvoll, braucht eine hohe Luftfeuchtigkeit und wird optimalerweise in einer Höhe zwischen 400 und 1.200 Metern über dem Meeresspiegel angebaut. Arabica-Kaffee kann fruchtige, nussige, beerige, florale oder sogar leicht schokoladige Noten besitzen. 

 

Eine weitere Kaffeepflanze ist die Canephora, die eher als Robusta bekannt ist. Wie ihr Name bereits verrät, ist sie nicht so sensibel wie die Arabica und auch resistenter gegenüber Schädlingen und Krankheiten. Durch ihre erdigen, kakaoartigen und kräftigen Aromen sind Robusta-Bohnen ideal für Espresso geeignet, schmecken aber auch in Kombination mit Arabica ausgezeichnet.

frisch geerntete Kaffeebohnen

Frisch geerntete Kaffeebohnen von der Finca 

Für unsere Kaffeesorten nutzen wir Mischungen aus Arabica- und Robusta-Bohnen, die mit einem speziellen Verfahren („Monsooning“) weiterverarbeitet und anschließend schonend sonnengetrocknet werden.

 

Wo unser Kaffee herkommt

Das Besondere am Kaffeeanbau in der Karibik ist, dass es eigentlich keine Großbauern gibt. Stattdessen finden sich überall kleine Kooperativen, zu denen sich die Kaffeebauern zusammenschließen. Die Finca Fuerte Vieja, von der wir unseren Kaffee beziehen, liegt im Gebiet Moca. Sie befindet sich im Mittelgebirge, wo die Kaffeepflanzen auf einer Höhe von ca. 400-500 Metern langsam und gesund heranwachsen können.

 

Für Sol Caribeño nutzen wir das Direct Trade-Prinzip. Das heißt, wir arbeiten ganz direkt mit den Bauern zusammen und sind auch regelmäßig persönlich vor Ort. So werden nicht nur Zusatzkosten durch Zwischenhändler vermieden, sondern wir lernen auch die Menschen kennen, die die wichtigste Grundlage für unseren Kaffee liefern. Direct Trade ist für uns die beste Methode, um faire Arbeitsbedingungen sowie gerechte Bezahlung zu garantieren und im ständigen Austausch mit „unseren“ Kaffeebauern und ihren Familien zu bleiben. So bekommst du authentischen karibischen Kaffee, den du ganz entspannt und mit gutem Gewissen genießen kannst.

 

Von Cora Ragenow

verfasst von Justine Otto

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